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Opferschutz sieht anders aus!

geschrieben von joghurtKULTUR am 13.02.2009

Herzlich willkommen in der Bundesrepublik China oder doch besser Volksrepublik Deutschland? Wie man es auch nennt, beides passt. Der Unterschied zwischen China und Deutschland wird immer kleiner. China, ein Land welches für seine Zensur und Blockaden im Internet bekannt ist kann zukünftig wohl neben nachgemachter Markenkleidung eich Know-How nach Deutschland exportieren. Zumindest wenn es nach Familienministerin Ursula von der Leyen geht.

Unsere gute Familienministerin rührt die Werbetrommeln für die Sperrung von Kinderpornografischen Internetseiten aktuell mehr denn je. Meine Kritik an der Sache beruht in keinster Weise darauf das ich die abscheulichen Taten der Kinderschänder in auch nur irgendeiner Form gut heiße sondern darauf das durch das Sperren von Kinderpornografie im Internet keinem der Opfer geholfen wird. Wer wirklich Interesse an derartigem Material hat, wird sich dieses auch zukünftig trotz Sperren über einschlägige Quellen besorgen können.

Das es bei dem Vorhaben keinesfalls um Opferschutz geht besagt auch die folgende Aussage des Direktors des Bundeskriminalamtes Jürgen Maurer:

Mit Kinderpornografie werden Millionen verdient. Es muss darum gehen, diesen Markt auszutrocknen. Das internationale Überangebot an Kinderpornografie muss eingeschränkt, die ökonomische Verwertung gestört werden. Mit verschiedenen Internetsperren, die eine unterschiedliche Treffergenauigkeit aufweisen, können wir Zufallsbekanntschaften mit diesen Darstellungen verhindern, die diesen Markt wachsen lassen.

Okay, man will den Vertreibern Kinderpornografischen Materials den Geldhahn zudrehen. Ein Vorhaben was ich voll und ganz unterstütze! Aber was haben Zufallsfunde von Kinderpornografie mit der finanziellen Unterstützung derer zu tun die sich daran bereichern?

Würde ich zufällig auf Kinderpornografie stoßen, wäre mein erster Weg der Gang zur Polizei um die Sache anzuzeigen und zu hoffen das die Täter geschnappt werden. Mit einer derartigen Netzsperre besteht die Möglichkeit nicht mehr ein solches Vergehen zur Anzeige zu bringen und die Täter können ihr perverses ungeniert fortsetzen!

Darüberhinaus höre ich immer von Zufallsfunden. Ich bin seit rund 10 Jahren im Internet unterwegs und bisher noch kein einziges Mal auf Kinderpornografie gestoßen. So wir mir geht es wohl auch 99,9% der deutschen Internetnutzer. In den Medien wird dem Bürger allerdings suggeriert das es an jeder Ecke im bösen Internet derartiges Material zu finden gibt. Dies ist schlichtweg falsch!

Andy Müller-Maguhn, Sprecher des Chaos Computer Club bringt es auf den Punkt

“Eine Ausblendung problematischer Inhalte durch Sperrverfügungen wie von Frau von der Leyen vorgeschlagen würde bedeuten, dass die Taten und die Täter der Wahrnehmung und auch der Strafverfolgung entzogen werden. Staatliche Defizite bei der Verfolgung dieser Straftaten löst man aber nicht dadurch, dass man die Darstellung der Delikte ausblendet”, sagte CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn zu dem Vorschlag von der Leyens.[...] “Da die Server erst dann auf die BKA-Sperrlisten gelangen können, wenn sie den Ermittlern bekannt sind, gibt es keine Ausrede der Strafverfolger, nicht unmittelbar gegen die Betreiber vorzugehen. Entsprechende Anstrengungen zur internationalen Kooperation und effektiven Strafverfolgung liegen aber offenbar gerade nicht im Fokus der Politik”

Trackbacks/Pingbacks

  1. von der leyen legt den grundstein für umfassende zensur…

    nachdem ich gerade bei golem.de einen artikel über die geplante sperrliste von domains gelesen habe, kann man sich ja mal überlegen was damit noch so gemacht werden kann. diese sperrlisten sind eigentlich dazu gedacht, kinderpornografie im netz einzu…

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